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Der Spion und die Erdbeere

Schon Jahrhunderte, bevor die moderne große Kulturerdbeere eingeführt wurde, waren in Europa Erdbeeren bekannt, vor allem die Sorte, die wir jetzt noch immer in den Wäldern und anderen wilden Vegetationen finden: die Walderdbeere. Eine sehr leckere, ziemlich kleine Frucht, die zwar auch angebaut wurde und wird, aber immer klein geblieben ist. Sie war und ist eine kostbare Frucht und vielleicht nicht zuletzt darum schon seit langem populär, u.a. an den europäischen Fürstenhöfen.

Die große moderne Erdbeere, in den Niederlanden auch liebevoll „Königin der Sommerfrüchte“ genannt, haben wir einem französischen Spion zu verdanken. Es war der Militäringenieur Amédée-François Frézier, der im Namen des französischen Königs Ludwig XIV. in Südamerika die spanischen Militäroperationen kartografisch erfasste. Ludwig erhob Anspruch auf den spanischen Thron und wollte die Stärke des spanischen Militärs auskundschaften lassen Er erteilte Frézier aber noch einen anderen Auftrag. Ein früher entsandter Spion hatte von großen schmackhaften Erdbeeren erzählt, die in Peru wachsen sollten, und diese Erdbeeren wollte Ludwig gerne haben. Frézier reiste als Kaufmann, ein guter Deckmantel und ein Alibi, um für alles Interesse zu zeigen, auch für Obst. Er fand die Erdbeeren und nahm auf der Rückreise mehrere Erdbeerpflanzen mit.

Anfangs war der Anbau aber noch nicht erfolgreich. Der Ingenieur hatte nämlich nur weibliche Pflanzen mitgenommen. Da diese Erdbeerpflanzen zweihäusig sind, braucht man zum Züchten der Früchte auch männliche Exemplare benötigt. Für die einheimische Erdbeere galt dasselbe, auch diese brauchte männliche Pflanzen zur Befruchtung. Das war vielen Züchtern nicht bekannt. Darum wurden die männlichen Erdbeerpflanzen oft ausgerissen, weil sie keine Beeren hervorbrachten …. und dadurch konnten natürlich auch die weiblichen Pflanzen keine Frucht tragen. Die Ernten waren infolgedessen klein und sehr unsicher. Die Züchter machten mit den neuen Erdbeerpflanzen aus Peru alle möglichen Versuche, hatten jedoch erst dann Erfolg, als sie diese Erdbeersetzlinge in die Nähe der großen Walderdbeere pflanzten.

Eine andere Erdbeersorte führte dann letztendlich zum Durchbruch: die Fragaria virginiana, eine Erdbeere, die schon um 1600 aus Amerika importiert worden war. Diese amerikanische und die chilenische Erdbeere bildeten spontan ein Paar, das gemeinsam eine neue Sorte hervorbrachte. Das war die Erdbeere, die wir auch heute noch essen. Zwar ein Zufallstreffer, aber ein voller Erfolg!

Ein weiterer Vorteil dieser neuen Erdbeere: ihre Einhäusigkeit. Somit brauchte man jetzt keine männlichen Pflanzen mehr, damit sich Früchte entwickeln, und die Ernten sind reicher als je zuvor. Frézier konnte Ludwig XIV. zwar nicht zum spanischen Thron verhelfen, hat aber uns allen die Erdbeere geschenkt.

Der Spion und die Erdbeere